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Manche mögen’s heiß…

.....aber bei Hitze fühlt sich keine Sau wohl

Alle Jahre wieder, pünktlich zu den ersten warmen Tagen, häufen sich die Artikel rundum das Thema „Hitzestress in der Tierhaltung“.  Neben altbewährten Lösungsvorschlägen werden neue Produkte vorgestellt, sodass der Landwirt letztlich vor einem unüberschaubaren Angebot steht und sich erst recht wieder aufs Neue fragt: Was hilft mir jetzt wirklich? Um diese Frage zu beantworten, kann es hilfreich sein, das Hitzestressgeschehen bei Sauen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten:

Hitzestress ist nicht nur in tropischen oder sub-tropischen Gefilden relevant– auch in unseren gemäßigten Breiten führen hohe Außentemperaturen, zumindest für mehrere Wochen im Jahr, zu Leistungseinbußen und Produktionsverlusten. Die globale Erwärmung verschärft diese Problematik und es ist zu vermuten, dass die Landwirte in der Zukunft diese Herausforderung jährlich aufs Neue zu bewältigen haben.

Vereinfacht ist Hitzestress eine Kombination von Umgebungstemperatur und relativer Luftfeuchte. Schweine können sich aufgrund fehlender Schweißdrüsen in der Haut nicht über Schwitzen abkühlen, weswegen bereits bei 70% relativer Luftfeuchte und einer Umgebungstemperatur von 23°C Hitzestress mit erkennbaren Leistungseinbußen auftritt.

Tierwohl – Gesundheit – Leistung

Ebenso wie wir, ändern die Sauen ihr Verhalten als Antwort auf die Hitze – mit dem Ziel
möglichst effizient „überschüssige“ Körpertemperatur abzuleiten und möglichst wenig Tempera-
tur zu erzeugen. Auch wenn die Schweine keinen Eisbecher im schattigen Gastgarten genießen können, so schränken sie ihre Bewegungen ein und liegen ruhig, damit sich ihre Muskulatur nicht erwärmt. Sie reduzieren ihre Futteraufnahme, um möglichst wenig Wärme aus dem Stoffwechsel
zu produzieren, und sie trinken vermehrt Wasser, um hechelnd Verdunstungswärme über eine
erhöhte Atemfrequenz abzuführen. Diese Verhaltensänderungen, gepaart mit negativen Auswirkungen der Hitze auf die Darmintegrität, sind die Ursache für eine verminderte Leistung: weniger Futteraufnahme bedeutet schlechtere Nährstoffversorgung der Föten und untergewich-
tige Ferkel, eine Verkürzung der Darmzotten schränkt die Nährstoffaufnahme ein und bedingt so eine reduzierte Milchqualität und erhöht die Sterblichkeitsrate der Saugferkel. Zusätzlich bedingt eine beeinträchtigte Darmbarriere ein höheres Infektionsrisiko.

Faserfütterung bei Hitzestress – ein Widerspruch?

Die gängige Fütterungsstrategie hat die Verdaulichkeit im Fokus: so wird den Sauen während der heißen Tage hoch konzentriertes und nährstoffreiches Futter mit hohem Energiegehalt angeboten, um einen Nährstoffmangel trotz verminderter Futteraufnahme zu vermeiden. Das Einmischen von Faser wird hier als kontraproduktiv angesehen, da sie einerseits die Verdaulichkeit reduziert und
bei ihrer Fermentation im Dickdarm zusätzliche Wärme entsteht, die abgeführt werden muss.

Allerdings sollte besonders während dieser herausfordernden Zeit die Darmgesundheit im Mittelpunkt stehen! Genau aus diesem Grund ist ein Verzicht auf eine gezielte Faserergänzung kontraproduktiv.

Lignocellulose trägt wesentlich dazu bei, die Darmintegrität und eine intakte Darmfunktion aufrecht zu erhalten, sodass eine optimierte Nährstoffversorgung auch während ungünstiger Umwelt-bedingungen möglich ist. OptiCell® ist eine synergistische Kombination aus unlöslichen, nicht-fermentierbaren und unlöslichen fermentierbaren Ballaststoffen. Nicht-fermentierbare Teile von OptiCell® haben physikalische Effekte auf die Peristaltik und wirken der Verstopfung, insbesondere bei tragenden Sauen, entgegen. Die fermentierbaren Anteile werden im Dickdarm mikrobiell zu Milchsäure und Buttersäure abgebaut. Diese hemmen im Darmtrakt Krankheitserreger und dienen andererseits dem Muttertier als zusätzliche Energiequelle, wodurch glykämischer Stress reduziert wird. Diese Effekte sind von großer Bedeutung, um den Organismus in Zeiten von metabolischem Stress zu unterstützen.

Fermentation begünstigen – der nächste Widerspruch?

Auf den ersten Blick scheint ein beabsichtigter Fermentationsprozess im Dickdarm in ohnehin schon hitzegeplagten Sauen ein weiterer Widerspruch zu sein: der mikrobielle Abbau des fermentierbaren Faseranteils erzeugt zusätzliche Wärme. Dennoch ist der negative Einfluss der fermentations-bedingten Wärmeproduktion im Vergleich zu den positiven Effekten vernachlässigbar gering, die OptiCell® auf die Darmfunktionen hat, wie z.B. verbesserte Darmbeweglichkeit, erhöhte Zottenhöhe, optimierte Darmintegrität und zusätzliche Energiezufuhr – ein ähnlicher Effekt ist von einer anderen sehr etablierten Gegenstrategie zu Hitzestress bekannt: dem Hecheln. Die beim Hecheln erzeugte Wärme aufgrund erhöhter Beanspruchung der Atemmuskulatur ist geringer, als die abgeführte Wärmemenge und somit ist die Nettobilanz dem Organismus dienlich. In beiden Fällen, beim Hecheln und beim Einsatz von OptiCell®, ist die Nettobilanz günstig für die Sau. Versuchsdaten belegen den günstigen Einfluss von OptiCell® auf den Reproduktionserfolg bei hitzegestressten Sauen durch einen geringeren Anteil untergewichtiger Ferkel sowie einer reduzierten Mortalitätsrate der Saugferkel.


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