Faserergänzung für die Sau - mehr als Vorbeugen von Verstopfungen

Januar
2019

Autorin:
Dr. Christine Potthast

Publiziert in:
ww.proteinmarkt.de

Eine richtige Fütterung reduziert das Risiko von Ferkelverlusten

Der in den letzten Jahren bei Sauen erzielte genetische Fortschritt stellt eine große Herausforderung für das Management dar. Aus Zahlen des Erzeugerringes Westfalen über den Verlauf der Jahre 2005/06 bis 2017/18 wird ersichtlich, dass mit der Anzahl der gesamt geborenen Ferkel auch die Ferkelsterblichkeit steigt (Abbildung 1), wobei sich der Anteil totgeborener Ferkel konstant erhöht.

Die praktischen Unterschiede verschiedener Lignocellulose-Quellen

In einem Broiler-Leistungsversuch unter milden Hitzestressbedingungen (28°C) wurde OPTICELL mit LC-Quellen aus reinem Stammholz und Rinde verglichen. Die mit OPTICELL supplementierten Broiler erreichten bei einer verbesserten Futterverwertung ein signifikant höheres Endgewicht. Das Leistungsniveau mit reiner Rinden-LC lag zwischen konventioneller LC und OPTICELL (Abb. 1), was zeigt, dass die besten Ergebnisse mit der ausgewogenen Kombination beider LC-Quellen erzielt werden.
Nach einer Auswertung von Welp (2014) liegen die Saugferkelverluste in Deutschland relativ konstant bei ca. 14 – 15%, und damit vergleichbar mit anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Dänemark. Dennoch gilt es auch hier, die Verlustraten einzugrenzen, zumal der weiter ansteigende Trend der jährlich geborenen Ferkel je Sau auch ein Risiko der weiteren Steigerung der Ferkelverluste impliziert (Tabelle 1).

Eine kürzlich durchgeführte Studie beleuchtet die Bedeutung dieses Aspekts in der Fütterung von Legehennen. Um den Zusammenhang zwischen antioxidativer Wirkung und Leistungssteigerung zu untersuchen, wurde eine Basaldiät ohne Vitamin-E-Supplementierung formuliert. Der Vitamin-E-Gehalt war daher auf den nativen Gehalt der Zutaten beschränkt, 20 mg/kg. Die Negativkontrolle wurde mit Rinden-LC verglichen, sowie einer Gruppe, die die empfohlene Vitamin-E-Supplementierung von 200 mg/kg erhielt. Auch hier führte Rinden-LC, wie Blutanalysen ergaben, zu einer Verbesserung der oxidativen Stressparameter. Der Effekt war jedoch weniger ausgeprägt als bei der Gruppe mit Vitamin-E-Supplementierung (Daten auf Anfrage verfügbar). Die Ergebnisse der Legleistungen hingegen zeigen ein völlig anderes Bild (Abb. 2). Nur die Supplementierung mit Rinden-LC führte zu einer signifikanten Leistungssteigerung. Hingegen wurde die Leistung nicht signifikant vom Vitamin-E-Gehalt der Ration beeinflusst. Die Eier der drei Gruppen unterschieden sich nicht signifikant in den Qualitätsparametern, was zeigt, dass die höhere Eiproduktion mit Rinden-LC nicht zulasten der Eiqualität erreicht wurde (Daten auf Anfrage verfügbar).

Die Abferkeldauer als wichtiger Faktor

Große Würfe sind eng mit einer verlängerten Geburtsdauer verknüpft. Eine lange Geburt bedeutet Stress für die Sau und die Ferkel und ist mit mehreren negativen Folgen verbunden. Eine verlängerte Abferkeldauer erhöht den Anteil totgeborener Ferkel. Nach Theil (2015) bedeutet eine von 300 auf 400 Minuten verlängerte Geburt den Verlust von 2 Ferkeln und mehr (Abbildung 2).
Oliviero et al. (2013) wiesen die negativen Auswirkungen einer verlängerten Abferkeldauer auf die Fruchtbarkeit von Sauen nach. Sauen, die bei der ersten Besamung nicht tragend wurden, benötigten für die vorhergehende Abferkelung 100 Minuten länger als die Sauen, bei denen die erste Besamung erfolgreich war. Die beeinträchtigte Fruchtbarkeit steht im Zusammenhang mit einer verzögerten Plazentaablösung, die sich negativ auf die postpartale Gebärmuttergesundheit auswirkt und damit Einfluss auf die Entwicklung des postpartalen Dysgalaktie-Syndroms (PDS) nimmt. Senkt das PDS in den ersten Tagen nach dem Abferkeln die Kolostrum- und Milchproduktion, bedeutet das ein zusätzliches Risiko für die Ferkel in der kritischen neonatalen Phase (Maes et al. 2010). Eine verlängerte Geburtsdauer reduziert auch die Vitalität der Ferkel, die zudem eine höhere Wahrscheinlichkeit für den Tod durch Hypoxie (Sauerstoffmangel) haben (Randle 1971).

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