Resilienz beginnt im Darm

Eine stabile Darmfunktion sichert Leistung in der Spätlegeperiode

Kumulative Belastungen in der Spätlegeperiode können Darmfunktion und Nährstoffverwertung beeinträchtigen. Eine stabile Darmfunktion stärkt die Resilienz älterer Hennen und schafft die Grundlage für eine effiziente Nutzung der Nährstoffe. Dies ist die Basis für persistente Legeleistung und stabile Schalenqualität.

Kumulative Belastungen fordern physiologische Stabilität

Der Produktionsalltag einer modernen Legehenne ist gespickt mit einer Vielzahl von Belastungen. Dazu zählen Fütterungs- und Managementeinflüsse ebenso wie Umweltstress, mikrobielle Herausforderungen und altersabhängige physiologische Veränderungen. Nicht jeder dieser Faktoren führt zu sichtbaren Gesundheitsproblemen, in ihrer Summe können sie jedoch die physiologische Stabilität der Hennen stören. Gerade solche subtilen Belastungen sind im Feld relevant, weil sie Leistung und Robustheit schleichend unter Druck setzen, ohne sofort auffällig zu werden.

Endspurt: Belastung wird Leistungsrisiko

Speziell in der Spätlegeperiode gewinnt Belastung stark an Bedeutung. In dieser Phase steigen die Anforderungen an Stoffwechsel, Darmfunktion und -stabilität sowie Mineralstoffversorgung, während gleichzeitig die Fähigkeit zur Kompensation nachlassen kann. Subtile, chronische Belastungen können die Darmbarriere beeinträchtigen und entzündliche Prozesse fördern. Dadurch stehen aufgenommene Nährstoffe nicht mehr vollständig der Eibildung und Schalenstabilität zur Verfügung, sondern werden verstärkt für Erhaltungs- und Immunprozesse benötigt. Die Folgen können nachlassende Persistenz der Legeleistung, eine geringere Effizienz der Nährstoffnutzung und eine zunehmende Instabilität der Schalenqualität sein.  

Resilienz = funktionelle Stabilität unter Belastung

An diesem Wendepunkt steigt die Bedeutung der Resilienz. Resilienz beschreibt nicht die Abwesenheit von Stress, sondern die Fähigkeit des Tieres, auch unter Belastung funktionell stabil zu bleiben. Für Legehennen in der Spätlegeperiode bedeutet das vor allem Darmfunktion, Nährstoffverwertung und Leistungsfähigkeit trotz Alter und Stressoren möglichst konstant aufrechtzuerhalten. Eine zentrale Voraussetzung ist eine stabile Darmintegrität, da der Darm neben Nährstoffaufnahme auch eine wesentliche Schnittstelle zwischen Fütterung, Immunfunktion und Gesamtleistung darstellt. Erhaltung dieser funktionellen Stabilität ermöglicht effizientere Nährstoffnutzung und gezielte Lenkung in produktive Leistung.

Die Zulage von Holzlignanen mit AGROMED ROI im Futter setzt mit dem Ansatz des Darmleistungsmanagements genau da an. Holzlignane sind für ihre entzündungsmodulierenden Eigenschaften bekannt, wodurch sie die funktionelle Stabilität des Darms unterstützen können. Durch die Förderung der Darmintegrität wird die physiologische Stabilität der älteren Hennen gefördert und damit ihre Resilienz gestärkt. Dass sich diese Stabilität in einer verbesserten Nährstoffnutzung widerspiegeln kann, zeigen Daten aus einem Versuch in der Spätlegeperiode zwischen Woche 61 und 76 (Tabelle 1).

Tabelle 1. Leistungsparameter von Lohmann LSL Legehennen im Alter zwischen 61 und 76 Wochen mit zwei Dosierungen von AGROMED ROI (200 g/t = ROI200, 400 g/t = ROI400) im Vergleich zu einer Negativkontrolle. Freie Universität Berlin, 2022. a,b signifikante Unterschiede p < 0.05; x,y tendenzielle Unterschiede 0.05 < p < 0.1.

 

Control

ROI200

ROI400

Tägliche Futteraufnahme, g

129.7a

127.1b

122.1b

Eizahl, n

102.8a

104.0ab

104.9b

Eigewicht, g

65.2

65.4

65.8

Gesamt-Eimasse, kg

6.7a

6.8ab

6.9b

Futterverwertung (Eimasse)

2.17a

2.09b

1.98b

Schalenstabilität, N

38.3x

39.2y

40.2y

Trotz leicht gesenkter täglicher Futteraufnahme erzielten die supplementierten Gruppen eine höhere Eizahl und eine gesteigerte Gesamt-Eimasse. Gleichzeitig verbesserte sich die Futterverwertung deutlich trotz des späten Stadiums. Eine effizientere Nährstoffnutzung spiegelt sich ebenso in einer stabileren Schalenstabilität wider, die konstant höher gehalten werden konnte, verglichen mit der Kontrollgruppe (Abbildung 1).

Zusammenfassend…

…zeigt sich, dass Darmgesundheit in der späten Produktion weit mehr als ein begleitender Gesundheitsparameter ist. Sie ist zentraler Leistungsfaktor und die Grundlage für Resilienz. Sie ist zentraler Baustein für die Aufrechterhaltung von Produktion und Schalenstabilität der Herde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert